Der häufigste Fehler in der Innenarchitektur ist nicht die falsche Materialwahl, sondern die Vernachlässigung des Lichts bei genau dieser Wahl. Eine Farbe, die auf einer zehn Zentimeter großen Probe warm wirkt, kann auf einer sechs Meter langen Wand, die nur Nordlicht erhält, völlig anders aussehen.
Unser Prozess beginnt immer mit einer Sonnenstudie, einer Simulation, wie Licht zu verschiedenen Tages- und Jahreszeiten in den Raum eindringt, bevor auch nur ein Material festgelegt wird. Schatten wird dabei ebenso ernst genommen wie Licht: tiefe Vordächer, zurückgesetzte Fenster und hohe Brüstungen sind keine dekorativen Gesten, sondern Werkzeuge zur Gestaltung der Raumqualität.
Wird Licht als Baumaterial verstanden und nicht als nachträglicher Zusatz, beginnt ein Raum zu jeder Tageszeit anders zu atmen.